Bergwacht Villgratental

Bergwacht im Einsatz
Bergwacht im Einsatz

 

 Die Schöpfung zu schützen
der Heimat zu nützen
dem Nächsten zu helfen
in jeglicher Not
ist unser oberstes Gebot!

 

Die Tiroler Bergwacht wurde 1927 als öffentlich-rechtliche Körperschaft mit hoheitlicher Befugnis vom Tiroler Landtag eingerichtet. Sie zählt damit zu den weltweit ältesten Umweltwachen.

"Sowohl auf dem Gebiet des Naturschutzes als auch auf dem Gebiet des Rettungswesens kommt der Prävention entscheidende Bedeutung zu. Keine Strafe kann ein zerstörtes Biotop wiederherstellen, kein Helfer einen Unfall ungeschehen machen.“ An diesem Grundsatz orientiert sich die seit 1974 selbstständig existierende Einsatzstelle Villgratental der Tiroler Bergwacht. Mit rund 25 Mitgliedern und einem Durchschnittsalter von 41 Jahren zählt sie zu den größten und jüngsten Einsatzstellen des Bezirkes.

Im Bergwachtgesetz hat der Landtag der Bergwacht den Vollzug einer Reihe von Landesgesetzen - unter anderem des Naturschutzgesetzes, des Feldschutzgesetzes und des Abfallwirtschaftsgesetzes - anvertraut. Überprüft wird die Frequenz in den Wäldern, Personen werden kontrolliert und gegebenenfalls wegen geringfügiger Übertretungen mit Abmahnungen geahndet.

Weitere Arbeitsschwerpunkte stellen Müllablagerungen im Gelände und der Schutz vor störendem Lärm dar. Übertretungen nach dem Abfallwirtschaftsgesetz werden festgestellt Abfall aus zum Teil schwierig zugänglichen Gebieten geborgen und entsorgt.

Im Rahmen der Streifendienste sehen die Bergwächter auch bei den zahlreichen, meist unbeachteten Naturschätzen nach dem Rechten. Nur wenige wissen, dass im Villgratental Raritäten wie das Alpenbruchkraut, der rundblättrige Sonnentau, der Igelkolben oder der nördlichste Standort des Alpenklees zu finden sind. Die Bergwacht hat die Standorte in den letzten Jahren erfasst, beobachtet sie und kann daher auf Beeinträchtigungen frühzeitig reagieren. Einige besonders sensible Moorflächen wurden in dankenswerter Zusammenarbeit mit den Grundbesitzern eingezäunt und somit besser vor Schäden durch Betritt und Stickstoffeintrag geschützt.

Eine wesentliche Aufgabe der Bergwacht stellt die Verpflichtung zum Einsatz bei Katastrophen, Personensuchen und Lawinenunglücken dar. Da die Bergwacht eine öffentlich–rechtliche Körperschaft ist, erfolgt jeder Einsatz grundsätzlich gratis. Die Mitglieder der Einsatzstelle werden in jährlichen Schulungen in der Versorgung und im Transport von Verletzten sowie in den Basismaßnahmen der ersten Hilfe aus- und weitergebildet. Zur Erfüllung dieser Aufgabe wurde die Ausrüstung sukzessive ergänzt - unter anderem neue Alpinrucksäcke angeschafft - und zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der örtlichen Versorgung umgesetzt, zB durch Bereitstellung von Lawinenhunden. Die Bergwacht Villgraten verfügt auch über eine alpinärztliche Einsatzgruppe.

Außerdem beschäftigt sich die Bergwacht Villgraten seit vielen Jahren intensiv mit der Erforschung und Dokumentation von lokalen Pflanzen und Flurnamen. Mehr als 500 verschiedene Pflanzenarten konnten bisher identifiziert werden, über 1000 Geländebezeichnungen wurden erfasst - fast ausschließlich oberhalb der Waldgrenze. Die digitale Erfassung der 62 markierten Wanderwege des Villgratentales wird von der Bergwacht und dem Alpenverein durchgeführt: Erhebung der Koordinaten von mehr als 200 Geländepunkten, darunter Wegweiser, Kreuze, Wasserstellen, Quellen und markante Orientierungspunkte. Digitale Wegdaten ermöglichen Wanderern den Einsatz von GPS-Geräten zur Orientierung und erleichtern die Erhaltung des Wegnetzes durch Alpenverein und Tourismusverbände. Dies dient einerseits der Sicherheit, soll aber auch zur Vermeidung von Betrittschäden und Erosion in schwer markierbaren Zonen reduzieren.

Anlässlich des 30-jährigen Gründungsjubiläums ließ die Bergwacht eine Fahne anfertigen. Auf der Vorderseite ist das Zeichen der Bergwacht und auf der Rückseite des Fahnenblattes der Heilige Bernhard von Aosta abgebildet. Er ist für die Bergwacht aus zwei Gründen ein geeigneter Fürsprecher: Sein Einsatz für Verletzte und Verirrte im Gebirge entspricht unseren Aufgaben im Rettungsdienst, sein Predigen vor den Alpenbewohnern hat manche Ähnlichkeit mit unserer Tätigkeit im Natur- und Umweltschutz.

Der Brixner Künstler Alexander Lunger wurde gebeten, einen passenden Entwurf anzufertigen. Die Fahne wurde vom Karmelitinnenkloster Himmelau (St. Michael/Kärnten) in Zusammenarbeit mit der Fa. Fahnen Mußbacher (Graz) in reiner Handstickerei auf grünem Samt ausgeführt. Am 9. September 2007 wurde die Fahne von Hw. Pater Jakob Gödel im Rahmen einer Feldmesse auf der Mooshofalm (Außervillgraten) geweiht.

Kontakt:

Bergwacht Villgratental
Einsatzstellenleiter Dr. Walder Gernot
9931 Ausservillgraten 30

Tel.: 04843/20065
Mobil: 0664/5560116
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Homepage: www.tiroler-bergwacht.org

 

 

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